Zahnpflege bei Hunden & Katzen

Ein gesundes Gebiss spielt bei unseren Haustieren eine zentrale Rolle – nicht nur aus hygienischer, sondern vor allem aus gesundheitlicher Sicht. Erkrankungen im Maulraum können Schmerzen verursachen und sich negativ auf den gesamten Organismus von Hund und Katze auswirken.

Häufige Ursachen für Zahnschäden

Zahnschäden entstehen bei Hunden und Katzen aus unterschiedlichen Gründen.

  • Untugenden wie Spielen mit Steinen oder Nagen an Gitterstäben (z. B. Gartenzäune)
  • Ungeeignetes oder zu hartes Spielzeug
  • Genetische Prädispositionen

Karies wird beim Hund – im Gegensatz zum Menschen – nur sehr selten beobachtet. Normalerweise sorgen der Speichel sowie das körpereigene Abwehrsystem für eine natürliche Selbstreinigung der Zähne.

Von Plaque zu Zahnstein – der Krankheitsverlauf

Nehmen Bakterien im Maulraum überhand, bildet sich zunächst ein gelb‑grauer Zahnbelag (Plaque).

  • Durch Einlagerung von Mineralien verhärtet sich Plaque zu Zahnstein
  • Die Bildung wird unter anderem durch weiches Futter begünstigt
  • Auch genetische Faktoren wie pH‑Wert und Speichelzusammensetzung spielen eine Rolle

Zahnstein drückt häufig auf das Zahnfleisch und führt in weiterer Folge zu Zahnfleischentzündungen. Unbehandelt entstehen Zahnfleischtaschen, Zahnfleischschwund (Parodontose) sowie freiliegende Zahnhälse und Zahnwurzeln. Dies begünstigt Wurzelentzündungen, lockere Zähne und letztlich den Zahnverlust.

Zahnsteinentfernung beim Tierarzt

Zahnstein kann ausschließlich mittels Ultraschall-Zahnsteinentfernung entfernt werden.

  • Der Eingriff erfolgt unter Kurznarkose zur maximalen Sicherheit des Tieres
  • Anschließend werden die Zähne poliert
  • Zum Schutz wird ein Fluorlack aufgetragen

Von einer mechanischen Entfernung des Zahnsteins (z. B. Kratzen) ist dringend abzuraten, da dabei der Zahnschmelz beschädigt wird. Die Folge ist eine rasche Neubildung von Zahnstein.

Vorbeugung beginnt im Welpen- und Kittenalter

Eine gute Zahngesundheit beginnt früh.

  • Junge Hunde sollten frühzeitig an Maul- und Zahnkontrollen gewöhnt werden
  • Regelmäßiges Zähneputzen beugt Zahnbelag effektiv vor
  • Spezielles Zahnfutter und zahnpflegendes Spielzeug können unterstützend wirken

Der physiologische Zahnwechsel vom Milchgebiss zum bleibenden Gebiss findet etwa zwischen dem 4. und 7. Lebensmonat statt. Vor allem bei Kleinrassen können Milchzähne bestehen bleiben.

Probleme beim Zahnwechsel

Bleiben Milchzähne neben den bleibenden Zähnen stehen, kann es zu Fehlstellungen kommen.

  • Betroffen sind vor allem kleine Hunderassen
  • Persistierende Milchzähne müssen gegebenenfalls gezogen werden
  • Frühes Eingreifen verhindert langfristige Schäden

Regelmäßige Zahnkontrollen sind entscheidend

Die Zähne von Hunden und Katzen sollten mindestens einmal jährlich tierärztlich kontrolliert werden.

  • Früherkennung verhindert schwere Erkrankungen
  • Bei Bedarf sind auch Wurzelbehandlungen oder Zahnfüllungen möglich
  • Zahnextraktionen erfolgen nur, wenn ein Zahnerhalt nicht mehr möglich ist

Fazit: Gesunde Zähne für ein gesundes Tierleben

Eine konsequente Zahnpflege verbessert die Lebensqualität Ihres Haustieres deutlich.

  • Schmerzfreies Fressen und Kauen
  • Vorbeugung von Entzündungen und Zahnverlust
  • Langfristiger Schutz der allgemeinen Gesundheit

Als erfahrener Tierarzt beraten wir Sie gerne persönlich rund um die Zahngesundheit Ihres Hundes oder Ihrer Katze.

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